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| | Die Bürgerinitiative Kometgründe setzt sich gemeinsam mit ihrer Sprecherin, der Schauspielerin Erika Mottl (2. v. r.), für eine menschengerechte und visionäre Bebauung der Kometgründe ein.
Die Stadt Wien und ihre Vasallen Die Bürgerinitiative Komet-Gründe hatte eine Neuplanung des Komet
Hochhausprojekts gefordert, nachdem drei Liegenschaftsbesitzer
ihre am Gelände bestehenden Wohnhäuser nicht an den Bauwerber
HPD-Holding verkaufen. Rechte und Wünsche der Hausbesitzer sind
der Wiener Stadtplanung jedoch vollkommen egal. Nicht genug, dass
die bestehenden Wohnungen durch das Hochhaus massiv entwertet
werden. Strategisch geplant verkauft die Stadt Wien nun einer
Tochterfirma des Bauwerbers HPD-Holding ein nahe gelegenes Bauland.
Auf dem Grundstück sollen dann 17, mit Steuergeldern geförderte
Mietwohnungen errichtet und die Wohnbevölkerung der Komet-Gründe
dorthin umgesiedelt werden. Dem unseligen Hochhausprojekt mit EKZ
stünde nichts mehr im Wege und die volle Widmungs-Dimension könnte ausgeschöpft werden.
Die, das Bauland kaufende Tochterfirma VOX ist eine Briefkasten-
Firma. Laut Firmenbuch in der Meidlinger Hauptstr. 51 angesiedelt,
worauf aber weder am Haustor noch am Postkasten hingewiesen wird.
VOX gehört zu 99,6% der HPD Holding, zu 0,4% Fr. D. Kretschmer.
VOX existiere schon seit 1991, heißt es, und beschäftige sich mit „Managementtätigkeiten von Holdinggesellschaften“.
Die Managementtätigkeit soll hier ein „Umsiedlungsverfahren“ der
Komet-Gründe Bewohner mit Schachmatt für die Hausbesitzer werden.
Der Bauwerber HPD - Holding behält seine „weiße Weste“.
Wieder einmal wird ersichtlich, wie hochgradig die Stadtplanung
genehmen Bauwerbern zu Diensten ist und welche großangelegten
Manöver vollbracht werden um dieser Klientel zu ihren profitablen
Zielen zu verhelfen. Alteingesessene Liegenschaftsbesitzer werden
beinhart ausgefuchst. Die BI Komet Gründe fordert Stadt Wien und
Bauträger auf, die Karten auf den Tisch zu legen. Die Komet Bürgerinitiative richtet sich gegen die Besinnungslosigkeit mit der Meidling mit Mega-Immobilien zugepflastert wird. Konkret im Fall Komet - ein weiteres Hochhaus, ein weiteres EKZ, eine weitere Großgarage = für die AnrainerInnen noch mehr Verkehr, noch mehr gesundheitliche Schädigungen durch zusätzliche Schadstoff-und Lärmbelastungen, obwohl alle Grenzwerte an der Schönbrunner Schloßstrasse schon permanent überschritten sind . Weitere Büroleerstände, Kaufkraftabzug, Angst-Räume und in wenigen Jahrzehnten eine Mega-Bauruine. Obwohl Hochhausprojekte einen ganzen Stadtteil prägend verändern, hat die Stadt Wien zu Hochhäusern lediglich eine Empfehlung für Bauwerber in Form einer 10 Punkte Liste und ein paar Ausschlusszonen vorzuweisen. Andere Städte haben klar definierte Richtlinien. Die Aufforderung der Unesco, dieses so genannte „Wiener Hochhauskonzept“ zu überarbei-ten, sprich verbindliche, rechtswirksame Kriterien zu erarbeiten wird vorsätzlich ignoriert. Wohl bis die derzeit in Wien geplanten Mega-Projekte über die Bühne gegangen sind. Aber in Wien fehlt es nicht nur an geeigneten Standort – und Hochhausrichtlinien, sondern vor allem auch an Regelungen zum Wertausgleich. Während z.B. München schon seit 1994 die Abschöpfung des Widmungsgewinns von Großprojekten praktiziert - bis zu zwei Drittel der Bodenwertsteigerung müssen die Bauwerber an die öffentliche Hand abführen - werden in Wien den Bau werbenden Investment- und Immobilienholdings mit der Wert steigernden Flächenwidmung gigantische Gewinne praktisch ohne Gegenleistung geschenkt. Sogar in den USA gibt es genaue Festlegungen, welche Gegenleistungen ein Investor für AnrainerInnen und Allgemeinheit zu erbringen hat. Wie ist es im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung vertretbar und zu rechtfertigen, dass durch Flächenwidmungs-Subventionen immense Wertschöpfungs-Geldflüsse in private Taschen gelenkt werden, statt sie zumindest anteilig wieder dem Gemeinwesen zuzuführen? Und - verletzt eine Hochhauswidmung ohne finanzielle Abgeltung an die Allgemeinheit nicht generell den Gleichheitsgrundsatz gegenüber anderen Bauwerbern? Hier verschleudert die Wiener Stadtplanung mit ihren Hochhaus-Flächenwidmungen wissentlich Milliarden und plant vorsätzlich gegen die Bevölkerungsinteressen. | |
| Historie - Komet Hochhausprojekt |
- 2004 - Architekt Peter Podsedensek gewann seinen von ihm selbst - als Gesellschafter der Betreiberholding - ausgeschriebenen Wettbewerb. Berater dieser Holding ist SPÖ Ex-Innenminister Karl Schlögl.
- 2004 - Bürgerinitiative formierte sich - postwendend nach der Projektpräsentation in Meidling - gegen den unverträglichen Bürohochhauskomplex mit Einkaufszentrum.
- 2005 - Bestürzende Hochhaus-Visualisierungen der Schönbrunn-Gesellschaft gingen durch die Medien. Die WienerInnen waren schockiert.
- 2005 - STEP - Die Wiener Stadtplanung aber hatte beim Komet Projekt eigene Pläne und änderte ihre eigenen Vorgaben. So beinhaltete der Stadtentwicklungsplan 2005 noch die Passage: „Einheitliche Höhenentwicklung der Bebauung, dem (Wiental) Flusslauf folgende, geschlossene Baulinie, keine baulichen Querriegler“ Das hätte kein Hochhaus zugelassen.
- 2006 - wurde dieser Absatz kurzerhand entfernt.
- 2006 - Die SPÖ dominierte Meidlinger Bezirksvertretung verabschiedete ein Positionspapier, in dem u.a. auch von dieser Seite her eine verträgliche Dimension eingefordert wurde.
- 2006 kam eine Unesco-Delegation nach Wien, die sich mit dem Komet-Projekt beschäftigte Die Unesco empfahl auf ihrer Konferenz in Vilnius dann Folgendes:
Entscheidungen 30 COM 7B.81
- Das Welterbe Komitee hat das Dokument WHC-06/30. COM77B geprüft.
- Die Entscheidung der 29. Welterbe Konferenz (Durban 2005) COM 7B.73 wurde bekräftigt.
- Bestätigung der Wiener Zuständigen das geplante Hochhausprojekt auf den Komet-Gründen zu stoppen und die Ergebnisse der Icomos – Mission vom März 2006 anzuerkennen.
- Empfehlung an die Zuständigen die Pufferzone um den Welterbebesitz auszudehnen, die Schutzzone zu verbreitern und einen umfassenden Managementplan, welcher auch der weiteren urbanen Umgebung Rechnung trägt, auszuarbeiten.
- Erinnerung, die Bestimmungen des Wiener Memorandums „Welterbe und zeitgenössische Architektur“ (2005) ein zu halten und eine Aufforderung zur Überarbeitung des Wiener Hochhauskonzepts (der Standortrichtlinien) das von der Stadt Wien 2002 beschlossen wurde.
- Ersuchen an die Stadtregierung in Übereinstimmung mit Paragraph 172 der Betriebsrichtlinien das Welterbe-Center über jedes geplante städtische Großprojekt, das die Integrität des Welterbebesitzes mindern könnte, zu informieren.
- Ersuchen an die Stadtregierung das Welterbe-Center über die weiteren Entwicklungen auf den Komet-Gründen zu informieren.
Die Wiener Stadtplanung aber kolportierte in allen Medien „die Unesco hätte einem 60 Meter-Turm zugestimmt" - 2006
KOMET ÜBER MEIDLING! Das Komet Hochhaus ist ein von der Meidlinger Bevölkerung ungewolltes, aber von der Stadtplanung forciertes Günstlings-Projekt. Überarbeitung Komet-Projekt – ohne Einbindung der BürgerInnen. Trotz lauter Forderungen gab es keinerlei Partizipation der BürgerInnen z.B. bei der Festsetzung eines „verträglichen Maßstabes“.
Auch eine von Grünen und ÖVP-Fraktion beantragte BürgerInnenbefragung wurde von der mehrheitlichen Bezirks-SPÖ abgelehnt und verunmöglicht.
- 2007 - Stadtentwicklungskommission beschließt die Freigabe der Flächenänderung für die Komet-Gründe, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die Ergebnisse des Raumverträglichkeitsberichts vorlagen.
- 2007 – BürgerInnenversammlung Die Meidlinger Bevölkerung wurde wieder im Rahmen einer Bürgerversammlung vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gab laute und unmissverständliche Proteste. Die bei der Bürgerversammlung im Schnelldurchlauf abgespulten RVP-Daten zur, durch ein Hochhaus und EKZ entstehenden, weiteren Schadstoff- und Lärmbelastung für die AnrainerInnen weurden unter Verschluss gehalten. Die Bevölkerung hat - obwohl es dabei um deren Gesundheit geht - keine Möglichkeit die Details darüber zu erfahren.
- 2007 - Neue Komet Eckdaten sind nun: Turmhöhe 78 Meter (24/25 Stockwerke), Restgebäude 10 -12 Geschosse. Bruttogeschossfläche 68.000m² , EKZ 11.000m² - davon 3.500m² für Lebensmittelhandel (!!!), Büroflächen 37.000m², Hotel 4.000 m², Tiefgarage mit 550 Stellplätzen und Rangierflächen für die Anlieferung. Ein- und Ausfahrt mit Ampelregelung in die zweispurige Schönbrunner Schlossstrasse
- Flächenwidmung Jänner 2008: Die vollkommen auf das Komet Projekt ausgerichtete Flächenwidmung ist für Jänner 2008 angekündigt. Drei Liegenschaftsbesitzer wollen nicht verkaufen. Das Projekt muss umgeplant werden. Die Bürgerinitiative hofft, dass es sich nicht mehr rechnet.
- März 2008: Bei der öffentlichen Auflage zur Komet Flächenwidmung kam es zu 756 Einwänden, davon 522 aus Meidling. Die zuständigen Politiker und Behörden scheint auch das nicht zu interessieren.
Ohne, dass diese Einwände der Bezirksvertretung vorgelegt wurden, wurde bei der Bezirksvertretungssitzung am 14. Februar 2008 die Zustimmung der Bezirksvertretung Meidling zur Komet-Flächenwidmung mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ beschlossen - vorsätzlich der vertraglichen Zusage zu einem Forderungskatalog durch den Bauwerber (die Finanzierung einiger Behübschungen betreffend).
Grüne, ÖVP und Bürgerliste pro Hetzendorf stimmten dagegen. - Juni 2008: Die Komet Flächenwidmung steht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung – wird jedoch von Planungsstadtrat Schicker knapp vor der Sitzung wieder von der TO gestrichen. Das geschieht selten. Begründung: Er möchte den Betreibern Gelegenheit geben, noch Änderungen vorzunehmen…
- Oktober 2008: Zum zweiten Mal steht die Komet Flächenwidmung auf der TO des Gemeinderates. Geändert wurde nichts. Die Flächenwidmung wird mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ „durchgewinkt“ (Grüne und ÖVP stimmen dagegen) Die FW hat allerdings nunmehr eine Befristung. Gibt es bis 2013 keinen Baubeginn verfällt die Widmung.
Angesichts der weltweiten Immo- und Finanzkrise ein Hoffnungsschimmer für die AnrainerInnen.
756 Einwände von AnrainerInnen blieben vollkommen unberücksichtigt. Die endgültige FW weist eine einzige, aber pikante Änderung zum vorgelegten Entwurf auf: Die rechte Wienzeile wurde nun wie folgt deffiniert:
"Auf der BB 11 bezeichneten Grundfläche ist der Raum bis zu einer Höhe von 26,0 m über Null dem Verkehrsband, der Raum darüber (!) dem Grünland Erholungsgebiet-Parkanlage zugeordnet."
Das so geplanten "Erholungsgebiet" kann sich also lediglich auf Terassen- oder gar Dachbegrünung in 40 Metern Höhe beziehen. Wenn überhaupt begehbar, könnten die MeidlingerInnen sich dort wohl nur konsumierend erholen.... - 2008 - Vokaun auf der „Komet –Bühne“:
Walter Vokaun - ehemals MA21 Chef - wurden 2002 "Anlasswidmungen zu Gunsten Dritter" (zugunsten einzelner bestimmter Bauträger) vorgeworfen
Es gab einen Untersuchungsausschuss zu Vokaun. Fünf Widmungsverfahren wurden untersucht. Im Bericht des Ausschusses ist die Rede von "gesetzeswidriger Vorgangsweise" von "wissentlicher Fehlinformation und mangelnder Transparenz" und abschließend heißt es: "Die im vorliegenden Bericht des Kontrollamtes getroffenen Feststellungen zeigen, dass die MA21b den Gemeinderat zwecks Umsetzung subjektiver Interessen Dritter unter Inkaufnahme bedenklicher Verfahrensschritte und unter bewußt einseitiger, unvollständiger - teilweise sogar unrichtiger - Berichterstattung dazu bringen wollte, die vorgelegten Plandokumente zu beschließen... Nun ist Herr Vokaun Berater „VOX“ (gehört zu 99% der Kometbetreiber – Holding HPD) Dier Firma möchte auf einem Komet-nahem Grundstück – von der Gemeinde Wien erworben – nun 17 geförderte Mietwohnungen errichten und wohl den am Areal verbliebenen Mietern anbieten…. - November 2009: Grundwasserbohrungen auf den Komet-Gründen
Erst NACH Abschluss der gesamten Hochhaus-Planung und bereits erfolgter Flächenwidmung werden im September 2009 am Komet-Gelände Bohrungen, zur Feststellung der Grundwassersituation und des geologischen Schichtenaufbaus durchgeführt.
Das hätte bereits im Zuge einer - von der Komet Bürgerinitiative schon vor drei Jahren verlangten - SUP (strategische Umweltprüfung im Vorfeld einer Planung) geschehen müssen, die aber von der Wiener Stadtplanung nicht durchgeführt wurde. Ab vier Metern tritt Grundwasser auf
- so eine Aussage der Bohrarbeiter. Ein Gutachten aus unmittelbarer Komet-Nachbarschaft weist Grundwasser sogar ab zwei Metern aus, wie auch eine Korrespondenz mit dem freien Wasserspiegel des Wienflusses, und einen Grundwasser-Sulfatgehalt von 470 mg / Liter SO4 (Schwefelsäure), was eine Verunreinigung in betonschädigendem Ausmaß darstellt.
Dass es im Zuge der Auswertung der Bohrergebnisse verantwortungsvolle Berechnungen zur Wasserverdrängung, bzw. zur möglichen Verlagerung von Wasserläufen durch das geplante Komet-Bauvorhaben geben wird, ist sehr zu hoffen, genauso, wie ein aktueller Befund über die diesbezgl. Stabilität der U4 Mauer. Die Grundwassersituation bleibt hochproblematisch
- trotz aller technischen Möglichkeiten Das massive Hochhausprojekt mit drei-geschossiger Tiefgarage würde das Grundwasser in frei gebliebene Zwischenräume treiben und den Druck auf die Fundamente der umliegenden Häuser stark erhöhen. Der Wasserpegel würde weiter steigen und Kellerflutungen wären die Folge. Zu solchen ist es im letzten Jahrzehnt bereits wiederholt – schon ohne Tiefgarage – gekommen. - 2010: April - August
1. April: makaberes Datum für einen Brand im Haus Fabriksgasse 12. Zwei Verletzte. Einer springt aus dem zweiten Stock in den Vogarten. Die Zugänge zum Haus waren vom Besitzer HPD-Holding nicht gesichert worden. Polizei vermutet Brandstiftung, weil Benzinkanister sicher gestellt werden. Untersuchung verläuft im Sande.
Im März geht auch das Haus Schönbrunner Schloßstraße 2 zu einem ortsüblichen Preis an die HPD. Die HPD plant das Haus, das eine besonders schöne, reich gestaltete Jahrhunderwende-Fassade besitzt, abzureissen.
Das Haus ist übrigens .. noch ... zur Gänze vermietet.
Ende Juli: Unescotagung. Zum wiederholten Mal steht Komet auf der TO. Die Unesco besteht auf max. 60 Metern Turmhöhe. Das tat sie schon 2005 und Planungsstadtrat Schicker kolportierte diese Höhe auch laut in den Medien. Mittlerweile ist die Türmhöhe wieder bei 73 Metern. Auch die von Schicker der Unesco vorgelegte Visual Impact Study (die zwar aus Steuergeldern finanziert, aber den Steuerzahlern nicht zugänglich gmacht wurde) ist lückenhaft und die Unesco verlangt, dass die Visualisierungen der ausstehenden Sichtachsen bis Februar 2011 erstellt werden.
5. August: zum zweiten Mal brennt es im Haus Fabriksgasse 12. Keine Verletzten. HPD kündigt Abriss des Hauses an.
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