Kurier
Bezirksjournal
Nr. 3/2005
Überparteiliche Bürgerinitiative kämpft gegen 118 Meter Hochhaus auf Komet Gründen
„Wollen keinen Monsterbau"
Breiter Widerstand regt sich in der Bevölkerung gegen das geplante 118 Meter Hochhaus auf den Komet Gründen. Größter Kritikpunkt der Bürgerinitiative: Die Art der Verbauung. Diese bringe für die Bevölkerung keinerlei Vorteile.
Hubert Heine
Als im Spätherbst des vergangenen Jahres das Siegerprojekt des Architekten Peter Podsedensek präsentiert wurde, gingen erstmals im Bezirk die Wogen hoch. Der Anblick des geplanten 118 Meter Turms und des Einkaufszentrums mit seinen 600 Stellplätzen ließ viele Anrainer zusammenzucken. Nach ersten massiven Protesten und einer breiten Ablehnung gegen das Projekt wurde über das Gebiet inzwischen eine zweijährige Bausperre verhängt. Doch die Anrainer trauen dem „vorläufigen Frieden" nicht.
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Martin Scherrer, Erika Mottl und Christoph Moosbrugger (v.r.) mit Alternativplänen

Nur Schweigen im Bezirk

„Die Bürger werden immer nur vertröstet. Seit vier Monaten herrscht jetzt Schweigen im Bezirk", kritisiert BI Sprecher Andreas Stöhr die Vorgehensweise der Meidlinger Bezirksvorstehung. „Wir müssen klarmachen, dass wir das Hochhaus nicht wollen, bevor es dann endgültig zu spät ist." Der größte Kritikpunkt der BI fußt in der Art der Verbauung: „Es ist nicht daran gedacht, öffentliche Flächen, wie zum Beispiel einen Ort der Kommunikation, Kultureinrichtungen oder Lokalitäten für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Das Hochhaus soll ein reines Büro und Geschäftsgebäude, ohne Wohnungen, sein. Was also haben die Meidlinger von diesem Gebäude?"

Nicht gegen Bürgerwillen

Eine wichtige Forderung der BI ist deshalb die sofortige Einbindung der Anrainer in die Planungen. Rückendeckung erhalten diese jetzt auch von der Bürgerinitiative Wien Mitte: „Der Bezirk darf nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden. Die Voraussetzung für die positive Umwidmung ist das öffentliche Interesse. Und das muss glaubhaft gemacht werden," erklärt Dr. Helmut Hofmann. „Unser Bauausschuss beschäftigt sich gerade mit einem Positionspapier, das dann an die städtebauliche Kommission weitergeleitet wird", berichtet SPÖ BV Gabi Votava. „1:1 und gegen den Willen der Bevölkerung wird das Projekt aber sicher nicht umzusetzen sein."
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Interessierte BürgerInnen bei der letzten Diskussionsveranstaltung im Restaurant Wienerwald
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