Kurier
Bezirksjournal
Nr. 17/2004
Bürger verunsicherte - Auf neuen Plänen ist ihr Haus nicht drauf
„Wo werden wir in Zukunft wohnen?"
Himmelwärts streben die Architekten mit dem Wohnturm Projekt auf den Komet Gründen. Auf den Boden der Realität wurden jetzt einige Anrainer geholt. Auf den neuen Verbauungsplänen ist ihr Haus nicht mehr zu sehen.
Hubert Heine
Ablehnung, Unmut und Widerstand. Die Info und Diskussionsveranstaltung in der HansMandl Berufsschule über die geplante Verbauung der Komet Gründe stand unter keinem guten Stern. Viele Anrainer waren gekommen, um gegen das aus dem städtebaulichen Ideenwettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt ihre Bedenken zu äußern. Vor allem die Angst vor noch mehr Verkehrslärm bereitet den Menschen Kopfzerbrechen. „Der Verkehr ist jetzt schon die Hölle", erklärt eine besorgte Anrainerin. „Wie wird das Ganze erst sein, wenn die Leute zum Arbeiten und Einkaufen hierher kommen?" Dazu Verkehrsexperte Dr. Werner Rosinak: „Die Wohnsituation in der Schönbrunner Schloßstraße ist eine sehr schlechte. Derzeit sind es cirka 2.200 Fahrzeuge in Spitzenstunden. Die Stadt Wien sagt aber, zehn Prozent Verkehrsaufkommen mehr sind vertretbar."
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Das Siegerprojekt: Geplant sind unter anderem Büros, Seminarräume, Hotelzimmer, ein Einkaufszentrum samt 600 Garagenplätzen.

„Haus ist nicht mehr da"

Ein älterer Herr aus der Schönbrunner Schloßstraße 2 war ebenfalls gekommen, um den Ausführungen der Projektverantwortlichen zu lauschen und eine Antwort auf eine für ihn existenzielle Frage zu bekommen: „Mein Haus, in dem ich jetzt wohne, scheint in den neuen Plänen nicht mehr auf. Was passiert mit uns Mietern und wo werden wir in Zukunft wohnen." „Da müssen sie den Vermieter fragen", erklärte Architekt Peter Podsedensek, um wenig später zu beschwichtigen: „Das Ganze ist eine symbolische Darstellung, wie es sein könnte, wenn bestimmte Flächen zur Verfügung stehen." Tatsächlich ist noch nichts fix. Weitere Info Veranstaltungen sollen folgen. Auf die Bezirkspolitik wartet viel Arbeit, um den verunsicherten Anrainern das Projekt „schmackhaft" zu machen.
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Peter Podsedensek, Dr. Werner Rosinak und DI Herbert Buchner (v.l.)
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