Die PRESSE
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30.10.2008
Wackelt Projekt?
Die Genehmigung für die Komet-Bauten in Meidling wurde zeitlich befristet.

Im Wiener Gemeinderat sind am Donnerstag die Grundlagen für den Bau des umstrittenen Komet-Projektes in Meidling beschlossen worden. Gleichzeitig mehren sich aber auch Indizien, dass das Projekt (Hochhaus und Einkaufszentrum auf den Komet-Gründen) möglicherweise wegen der derzeitigen Finanzkrise gar nicht realisiert wird. Denn internationale Investoren-Gruppen würden derzeit zahlreiche ähnliche Projekte wie die Komet-Bauten auf Eis legen oder überhaupt absagen, meinen Immobilien-Experten.

Im Gemeinderat wurde jetzt ein sehr ungewöhnlicher Schritt gesetzt. In einem Zusatz-Antrag wurde beschlossen, dass die Widmung auf fünf Jahre befristet ist. Im Klartext: Wenn der Investor nicht innerhalb dieser Zeit baut, verfallen die Rechte. „So etwas kommt in Wien nur äußerst selten vor", betont die Grüne Sabine Gretner. SP-Gemeinderat Omar Al-Rawi meint, dass durch diesen Antrag rasch gebaut werden muss und Spekulationen verhindert werden können.

Die geplanten Komet-Bauten werden von der HPD-Holding errichtet. In Medienberichten wurde spekuliert, dass russische Geldgeber dahinter stünden.

„Brüskierung der Unesco"

Das Komet-Hochhaus ist auch deshalb umstritten, weil es knapp neben dem Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn geplant ist. Zwar wurde die ursprüngliche Höhe von 120 Meter schon auf 73 Meter reduziert, Schönbrunn-Geschäftsführer Franz Sattlecker kann sich aber nicht vorstellen, dass dies Unesco-konform ist. „Stadtrat Schicker hat erklärt, dass der Turm maximal 60 Meter oder darunter sein wird. Das wurde auch von der Unesco-Kommission so akzeptiert." 73 Meter plus Aufbauten seien eine „Brüskierung der Unesco".

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