Kurier
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9. Dezember 2004
Neuer Streit um neues Hochhaus
Bei der U Bahn Station Meidling ist ein 118 Meter hoher Turm geplant
Andreas Anzenberger
Der nächste Streit um ein geplantes Hochhausprojekt hat schon begonnen. Neben dem U4 Center mit der U Bahn Station Meidling soll auf den Komet Gründen ein 118 Meter hohes Hochhaus entstehen. Die Planung ist bereits abgeschlossen. Bis Mitte Oktober waren im Bezirksamt Meidling die Ergebnisse des städtebaulichen ldeenwettbewerbs für die Komet Gründe vorgestellt worden.
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WIDERSTAMD

Gegen das Projekt formiert sich Widerstand. „Sie wollen mitten in eine Altstadtlandschaft einen riesigen Büroturm hineinsetzen", ärgert sich Gabriele Pankl von der Bürgerinitiative gegen das Hochhausprojekt. „Es gab bisher keine Bürgerbeteiligung. Außerdem fehlt ein Verkehrskonzept obwohl mit einer gewaltigen zusätzlichen Verkehrsbelastung gerechnet werden muss." Der geplante Standort ist tatsächlich problematisch. Denn rund um das U4 Center in Meidling ist das Verkehrsaufkommen auch ohne Hochhaus sehr hoch. Außerdem ist der Bauplatz nur knapp außerhalb der Schutzzone für das Schloss Schönbrunnbrunn. Der Betreiber des Hochhausprojektes, die NPD Holding, hat sich sicherheitshalber prominenter SP Unterstützung versichert. Beim grünen Gemeinderat Günter Kenesei wurde neben dem Architekten des Projektes auch der frühere SP Innenminister und Bürgermeister von Purkersdorf, KarlSchlögl, vorstellig Die beiden hätten sich um Unterstützung für das Hochhaus bemüht, erinnert sich Kenesei. Dabei sei bereits jenes Projekt präsentiert worden, das dann später auch als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen ist. Kenesei: „Im Dunstkreis der Wiener SPÖ gibt es immer wieder die wunderbarsten Zufälle."
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BAUSPERRE

Die Bezirksvorsteherin von Meidling, Gabriele Votava, haben die Lobbying Aktivitäten jedenfalls nicht sonderlich beeindruckt: „Wir haben über das Gebiet bis 2007 eine Bausperre verhängt und werden die Bevölkerung einbinden. Wir sind erst am Beginn und nicht am Ende." Entscheidend sei die Frage, ob dem Bezirk und der Bevölkerung aus dem Hochhausprojekt auch Vorteile erwachsen. „Das muss man sich genau anschauen. Noch ist nichts fix.“ Ähnlich auch die Reaktion im Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker:. „Die Eile ist nicht sehr groß. Wir warten einmal ab, wie der Bezirk reagiert."
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